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Jun, 2018
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VW, AUDI SEAT, SKODA Diesel Skandal

VW, AUDI SEAT, SKODA zurückgeben

Durch den Rückruf von Fahrzeugen und den damit verbundenen Veränderungen an der Software oder an Bauteilen des Motors kann ein negativer Einfluss auf Lebensdauer, Verbrauch und Leistung der EA189-Motoren von VW, AUDI, Seat und Skoda nicht ausgeschlossen werden. Rechtsanwälte empfehlen, den jeweiligen Händler dazu aufzurufen, diesen durch den Abgasskandal entstandenen Mangel abzustellen. Ist die Gewährleistung abgelaufen, dann ist der VW Konzern der Anspruchsgegner - Aber: zum 1. Januar 2019 verjährt jeglicher Rückgabe-Anspruch bei den EA189-Modellen.

Nach dieser Aufforderung kann der Wagen zurückgegeben werden, wenn der Händler nicht in der Lage ist, die Bedenken des Autobesitzers auszuräumen. Aktuell sind die Modelle mit dem EA189-Motor teil von Rückrufaktionen. Aus der AUDI-Modellfamilie wurden auch 5000 A8 europaweit zurückgerufen. Hier wurde der V8 Motor verbaut, der auch im Porsche Cayenne und auch um VW Touareg zum Einsatz kommt.

Betroffene Motoren EA189 und EA288, V6 und V8 4,2

Während der EA189-Motor durch ein Softwareupdate und durch Teiletausch innerhalb der Grenzwerte zurückgeholt werden soll geht es beim 3-Liter-V6-Dieselmotor und dem V8 Dieselmotor in A5, A6, A8, Q5 und Q7 um eine illegale Abschalteinrichtung bzw. Eingriffe in die Motorschaltung, um die zulässigen Abgaswerte einzuhalten.
Der EA288-Motor produziert im aktuellen T6 zuviel Stickoxyd - VW reagiert auf eigene Testergebnisse mit einem Auslieferungsstopp.

Welche Auswirkungen ein Software-Update auf Leistung, Langlebigkeit oder Verbrauch des AUDI-V6-Motors hat, ist nach wie vor nicht geklärt. Hinzu kommt, dass angesichts des Abgasskandals Diesel-Fahrzeuge in den vergangenen Wochen einen enormen Wertverlust erfahren haben. Freiwillig ist AUDI aber offensichtlich nicht bereit, seinen Kunden entgegenzukommen. Sie sollen den Schaden, für den sie nicht verantwortlich sind, alleine tragen. Doch damit macht es sich AUDI zu einfach. Die betroffenen Fahrzeug-Halter haben durchaus Möglichkeiten auf rechtlichem Weg ihre Forderungen durchzusetzen“, so Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung. Dazu gebe es mehrere Optionen, erklärt der erfahrene Rechtsanwalt.

Anspruch auf mängelfreies Fahrzeug

Grundsätzlich haben die Käufer einen Anspruch auf ein mangelfreies Fahrzeug. Kann der Mangel nicht behoben werden, besteht ein Anspruch auf Minderung des Kaufpreises oder Rückabwicklung des Kaufpreises. Bei älteren Fahrzeugen, die direkt durch Manipulationen vom Abgasskandal betroffen sind, können auch Ansprüche wegen sittenwidriger Täuschung direkt gegen VW geltend gemacht werden. Schließlich besteht bei Fahrzeugen, die über die AUDI-Bank, die Skoda-Bank oder die VW-Bank finanziert wurden, auch die Möglichkeit, den Autokredit zu widerrufen. Voraussetzung dafür ist, dass die jeweilige Auto-Bank eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet hat. Im Falle eines erfolgreichen Widerrufs wird dann das Darlehen und der Kaufvertrag rückabgewickelt.

Welche Autos sind betroffen?

Ganz einfach: Im Anschreiben des Kraftfahrtbundesamtes ist die Bezeichnung der Rückrufaktion für die TDI der Volkswagenfamilie benannt:

  • Für VW TDI: 23R7
  • Für Audi TDI: 23Q7
  • Für Skoda TDI: 23R6
  • Für SEAT TDI: 23S1

 

Im Rahmen der Rückrufaktion kommt es zu einem Austausch der Software und bei einigen Motorvarianten auch zum Einbau eines zusätzlichen Bauteiles. Dr. Gerrit Hartung: „VW versucht durch die Bezeichnung ‚Update‘ seit Beginn des Dieselskandals zu vermitteln, dass nur ein bestehendes System optimiert wird. Dem ist aber nicht so: Es wird nach einem Reset eine komplett neue Software aufgespielt!“ Dieses Detail ist wichtig, denn nach Meinung vieler Experten ist ein Update eine zu akzeptierende „Kleinigkeit“, eine neue Software kommt dem Einbau eines neuen Bauteiles gleich, was Auswirkungen auf den Ablauf der Gewährleistung nach sich zieht. Außerdem: Performance und Verbräuche des Autos ändern sich, es droht Wertverlust und Zwangsstillegung. Ganz wichtig: Auch nach einem Update dürfen EA189-motorisierte PKW nicht in die Verbotszonen hinein. Fazit: Es wurde betrogen, nicht geschummelt...

Dr. Hartung: „Wir vertreten den Standpunkt, dass der Softwarewechsel die Gewährleistung wieder auf Anfang setzt und man anschließend Anspruch auf 2 weitere Jahre Gewährleistung hat. Im Falle von Zwangsstilllegungen sind wir der festen Überzeugung, dass ein Verzicht auf ein ‚Update‘ keinen sicherheitsrelevanten Mangel darstellt, der eine Zwangsmaßnahme rechtfertigen würde.“

Ihre Aussichten auf Klage-Erfolg

Gemeinsam mit weiteren Aspekten einer bewährten Verfahrensstrategie sorgt die aktuelle Informationslage dafür, das Verfahren gegen VW in Bezug auf die oben genannten Rückrufaktionen kaum verloren werden können. Für Dr. Hartung daher völlig unverständlich: „Die Zahl der Klagenden ist in Relation zur Zahl von 2,6 Millionen Betroffenen immer noch verschwindend gering.“ Aktuell ist die Diskussion rund um die Person Winterkorn angetan, die Aussichten in Betrugshaftungsklagen gegen den Volkswagenkonzern erheblich zu verbessern. Hartung: „Wir haben nicht nur einen zugegebenen Betrug, sondern unter Umständen bald auch einen dafür verantwortlichen Top-Manager!“

Ob die neue Sammelklage daran was ändert, wird von Juristen derzeit bezweifelt: Zum einen wird es knapp bis zum 31. Dezember, zum anderen ist durch geschickte individuelle Prozessführung für den einzelnen Kläger sicherlich ein besseres Ergebnis möglich, als durch eine Massenklage, die unter Umständen in einem faulen Vergleich enden würde. Dr. Hartung: „Die Massenklage würde den Schaden von deutlich mehr Betroffenen kompensieren, aber im Ergebnis niemals den Ergebnissen entsprechen, die wir und meine Kollegen deutschlandweit derzeit erreichen: Eine vollständige Erstattung des Kaufpreises.“

Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung ist Fachanwalt für Strafrecht, Herausgeber des Portals www.pkw-rueckgabe.de und Kooperationsanwalt der IG Dieselskandal. Er steht für eine kostenlose Erstberatung gern zur Verfügung.

Vorsicht Verjährung zum 31. Dezember 2018

Die EA189-Thematik läuft zum Ende des Jahres auf ihren Höhepunkt zu: Die im September 2015 durch Martin Winterkorn gebeichteten Manipulationen an der Steuerung der Abgasaufbereitungssysteme haben millionenfache Schadensersatzansprüche ausgelöst. Der damaligen VW-Chef und heute in den USA mit Haftbefehl gesuchte Top-Manager muss um sein persönliches Vermögen bangen, denn VW will ihm an die Privat-Schatulle.

Die Ansprüche der Opfer verjähren zum 31. Dezember 2018. Dazu Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung, Partner bei MBK Rechtsanwälte in Mönchengladbach: „Die Gesetzgebung sieht eine Verjährung drei Jahre nach dem Bekanntwerden vor. Die Verjährung tritt zum auf den Termin folgenden Jahreswechsel ein.“

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